Dax nach Rekord kraftlos

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Fredrik von Erichsen/dpa)

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt treten am Dienstag nach der jüngsten Rekordrally auf die Bremse.

Der Dax lag gegen Ende der ersten Handelsstunde mit 0,27 Prozent im Minus bei 13.690,09 Punkten, nachdem die Anleger über den 13.900 Punkten am Vortag schon kalte Füße bekommen hatten. Der MDax verlor 0,24 Prozent auf 30.874,98 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx bewegte sich mit 0,2 Prozent im Minus.

Zu Wochenbeginn hatte der Dax mit 13.907 Punkten eine Bestmarke gesetzt, hatte dann aber spät gemeinsam mit der Wall Street unter Gewinnmitnahmen gelitten. In New York mieden die Anleger die Unsicherheit wegen der anstehenden Wahlen im US-Bundesstaat Georgia an diesem Dienstag. Diese gelten als entscheidend für die künftigen Machtverhältnisse im einflussreichen US-Senat.

Zuletzt hatten die weltweit begonnenen Corona-Impfungen und ein neues staatliches Hilfspaket für die weltgrößte Volkswirtschaft USA die Aktienkurse nach oben getrieben. Die Sorge wegen der hohen Infektionszahlen bleiben nun aber präsent. In Deutschland zeichnet sich am Dienstag bei den Beratungen von Bund und Ländern eine Fortsetzung des Lockdowns bis mindestens Ende Januar ab.

Auf der Unternehmensseite richteten sich die Blicke am Dienstag auf Autowerte, nachdem sich die Analysten von JPMorgan insgesamt positiv zur Branche geäußert hatten. Sie empfehlen unter anderem den Zulieferer Continental, dessen Papiere um 1,4 Prozent stiegen. ElringKlinger wurden außerdem auf «Neutral» hochgestuft, die Papiere zogen als Spitzenreiter im SDax um 8,8 Prozent an.

Im Sog davon waren auch die Aktien anderer Autozulieferer gefragt, Hella etwa brachten es im MDax auf ein Plus von 1,5 Prozent. Bei anderen Branchenunternehmen wie BMW wird JPMorgan nach der jüngsten Erholung aber etwas vorsichtiger, die Aktien des Münchener Autobauers bewegten sich im Dax mit einem Prozent im Minus.

Hinten im Leitindex lagen aber die RWE-Aktien, die nach ihrer Vortagsrally auf ein Hoch seit 2012 um 1,8 Prozent sanken. Versorger standen am Dienstag bei Anlegern europaweit ganz unten auf dem Wunschzettel. Die Aktien von Eon waren im deutschen Leitindex ein ähnlich großer Verlierer wie RWE.

Ein Schwung an Gewinnmitnahmen überkam einige Aktien, die zuletzt in der Corona-Krise gefragt waren. Die Papiere der Shop Apotheke sackten im MDax um 4,8 Prozent ab und jene von Westwing im SDax um 1,8 Prozent. Schlusslicht waren dort aber die 2,9 Prozent tieferen Titel des Nutzfahrzeugzulieferers Jost Werke. Belastend wirkten sich dort Abstufungen durch die Analysten von JPMorgan und Stifel Europe aus.

Gesprächsstoff lieferte auch der mit Manipulationsvorwürfen konfrontierte Leasingspezialist Grenke, dessen vorgestellte Neugeschäftszahlen die Anleger nicht ermutigten. Die Aktien verloren zuletzt 2,8 Prozent. Die fast unveränderten Evotec-Aktien profitierten derweil nicht davon, dass der Wirkstoffforscher eine erweiterte Kooperation mit Bristol Myers Squibb vermeldete.

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