Corona-Silvester: 2021 ist mancherorts schon da

In einigen Ländern hat 2021 schon begonnen. Während Neuseeland das neue Jahr auch ohne coronabedingte Einschränkungen begrüßt, dürfte Silvester für viele Menschen diesmal anders als sonst werden.

Zuschauer waren am Hafen von Sydney nicht erlaubt. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Mark Baker/AP/dpa)

Das neue Jahr hat in den ersten Ländern der Welt schon begonnen. Als Erste starteten die Bewohner der Südsee-Inseln Samoa und Kiribati um 11.00 Uhr MEZ.

Eine Stunde später folgte Neuseeland, wo man mit einer Reihe großer Musikfestivals und Feuerwerksshows das Jahr 2021 begrüßte. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hat der Inselstaat im Südpazifik seit mehr als einem Monat keine lokalen Corona-Fälle mehr verzeichnet. Daher konnten die Veranstaltungen ohne Begrenzungen der Besucherzahl oder andere Corona-Einschränkungen stattfinden.

Um 14.00 Uhr MEZ startete Sydney ins neue Jahr – mit einem farbenprächtigen Feuerwerk am berühmten Opernhaus. Zuschauer waren diesmal wegen der Corona-Pandemie am Hafen der australischen Metropole nicht erlaubt. Die Behörden hatten zuvor verkündet, jeden mit einer Geldstrafe von 1000 Australischen Dollar (etwa 626 Euro) zu ahnden, der die Absperrungen zum Hafengebiet zu überwinden versuche.

Das wirkte offenbar: Sydney habe einer Geisterstadt geglichen, je näher der Jahreswechsel rückte, sagten Beobachter. Das weltbekannte Feuerwerk fiel kleiner und mit einer Dauer von sieben Minuten deutlich kürzer aus als sonst. Normalerweise zieht das Spektakel jedes Jahr mehr als eine Million Menschen an.

In Deutschland bereiteten sich im Laufe des Tages Millionen Menschen auf den Abend vor. Zum zweiten Mal seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie herrscht ein harter Lockdown. Restaurants und Bars sind ebenso wie Museen, Theater und Freizeiteinrichtungen bereits seit Anfang November geschlossen. Seit Mitte Dezember sind auch Geschäfte weitgehend zu, ebenso Schulen und Kitas. Diesmal gab es ein grundsätzliches Verkaufsverbot von Feuerwerk in den letzten Tagen des zu Ende gehenden Jahres. Es ging vor allem darum, die Krankenhäuser von zusätzlichen Patienten zu entlasten.

Die größte Silvesterparty der Republik in Berlin fällt aus – inklusive fernsehtauglichem Höhenfeuerwerk über dem Brandenburger Tor. Das ZDF überträgt von dort aber eine Show ohne Publikum. Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner begrüßen Musikgäste wie Vicky Leandros, Jürgen Drews und Karat.

Mit einem Großaufgebot will die Polizei das an vielen Orten Berlins geltende Feuerwerksverbot durchsetzen. Die Berliner Feuerwehr bereitete sich – wie in den Vorjahren – auf eine Art Ausnahmezustand an Silvester vor. Dabei hat sich bundesweit die sonst übliche Debatte über die Böllerei angesichts von Lärm, Klimaschutz und Aggressionen fast erledigt. Der Deutsche Städtetag rief dazu auf, angesichts des Corona-Geschehens auf jegliches Feuerwerk zu verzichten, selbst wenn man Altbestände oder Einkäufe aus dem Ausland habe.

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft befürchtet trotz allem Gewalt gegen Einsatzkräfte. In den vergangenen Jahren kam es in der Silvesternacht immer wieder zu Attacken. In diesem Jahr wird mancher Zorn wegen der Alkohol-Beschränkungen und Böllerverbote erwartet.

Auch weltweit sind viele Partys und Feuerwerke abgesagt worden, zum Beispiel in Rio, São Paulo, Amsterdam und London. In New York soll der «Ball Drop» am Times Square, ein fallender leuchtender Kristallball an einem Mast, nur vor wenigen Leuten statt wie sonst Tausenden stattfinden.

In Paris herrscht auch an Silvester nachts eine Ausgangssperre. Es gibt aber ein Online-Konzert von Jean-Michel Jarre als Avatar in der virtuellen Kulisse der Kathedrale von Notre-Dame und einen aufgezeichneten Livestream mit Star-DJ David Guetta vorm Louvre.

In Moskau soll es trotz Corona-Sperrstunde ab 23.00 Uhr Ortszeit ein großes Feuerwerk am Kreml geben. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist am höchsten Gebäude der Welt, dem 828 Meter hohen Burdsch Chalifa in Dubai, wieder ein spektakuläres Feuerwerk samt Licht- und Lasershow geplant.

Auch in China, wo erst zum chinesischen Neujahrsfest im Februar richtig groß gefeiert wird, sind Veranstaltungen geplant. Unter anderem sollte es in Wuhan ein Feuerwerk geben – im Ausbruchsort des Coronavirus.

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